Freitag, 30. Oktober 2026, 07:41 Uhr
Marcus Bornschein (Foto: Regina Englert)
(re) Für Marcus Bornschein wird der Gottesdienst in Bielen am 1. November um 14 Uhr ein besonderer werden. Dann überreicht ihm Superintendent Andreas Schwarze in der Kirche St. Martin und Johannes mit Gottes Segen die Beauftragungsurkunde als Prädikant.
Marcus Bornschein ist Referent für die Arbeit mit Kindern, Jugendlichen und Familien im Kirchenkreis Südharz.
Was ist ein Prädikant?
Auf der Webseite der EKM unter der Rubrik Verkündigungsdienst im Ehrenamt steht folgende kurze Erklärung: Prädikanten/innen leiten Gottesdienste, erarbeiten selbst Predigten und können die Sakramente verwalten. In der Regel geschieht die Ausbildung durch den Kirchlichen Fernunterricht KFU und die Aufbaukurse am Pastoralkolleg. Die Befähigung erteilt das Landeskirchenamt. Die Einsegnung übernimmt der/die Superintendent/in. Den konkreten Einsatz beschließt der Kreiskirchenrat mit einem Dienstauftrag.
Welcher Weg führt grundsätzlich in den ehrenamtlichen Dienst des Prädikanten?
Auf der Webseite des Gemeindedienstes finden wir diese Informationen zum KFU, dem Kirchlichen Fernunterricht, der zum Examen hinführt:
Der Kirchliche Fernunterricht (KFU) bietet eine fundierte Ausbildung in den fünf Grundfächern der Evangelischen Theologie. In insgesamt 349 Unterrichtsstunden erwerben die Kursteilnehmer*innen umfassende Grundkenntnisse und eine eigene theologische Kompetenz. Schriftliche Hausarbeiten, Predigten und eine Bibelarbeit ermöglichen Vertiefung und Anwendung. Die KFU-Seminare bieten anregende Lerngemeinschaften und gelebte Spiritualität.
Der Besuch des KFU zur Vorbereitung auf den ehrenamtlichen Dienst als Prädikantin oder Prädikant schließt ein Examen in allen Studienfächern ein.
Und nach dem Examen?
Zur Vorbereitung auf den Dienst als Prädikantin oder Prädikant folgt nach dem KFU-Examen in der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland EKM der Prädikantenaufbaukurs. Diesen Aufbaukurs hat Marcus Bornschein absolviert und hält nun bald die Beauftragungsurkunde in Händen.
Marcus Bornschein dazu: Gerade der Aufbaukurs ist durch seine Praxisnähe eine gute Gelegenheit, das eigene Handeln noch einmal praktisch und theologisch zu beleuchten. Als langjähriger hauptamtlicher Mitarbeiter im Bereich Kinder, Jugend und Familie sowie Referent im Kirchenkreis Südharz halte ich viele zielgruppenbezogene Gottesdienste. Um meiner Leidenschaft für die Verkündigung auch über die bisherigen Zielgruppen hinaus nachzugehen und flexibler einsetzbar zu sein, strebe ich die Anerkennung als Prädikant sowie die Beauftragung für den Dienst an. Mit großer Freude blicke ich darauf, diesen ehrenamtlichen Dienst im Verkündigungsauftrag unserer Kirche zu übernehmen.
Was hat dieser Aufbaukurs beinhaltet?
In den 7 Modulen, über ein Jahr hinweg verteilt, ging es um die Themen Liturgie, Predigt, Abendmahl, Seelsorge, Taufe, Trauung, Bestattung und andere Formen der Verkündigung. Im Vordergrund der Wochenenden stand der eigene Bezug zum Thema, die Bedeutung des Themas für mich und für die Gottesdienstbesucher und es ging um den Austausch mit den anderen Kursteilnehmer/-innen.
Gibt es nur diesen einen Weg zur Beauftragung als Prädikant?
Die Ehrenamtlichen kamen aus der ganzen EKM und einige von ihnen haben zuvor die Ausbildung als Lektor/-in absolviert, andere haben Theologie studiert oder wie ich zum Beispiel am CVJM-Kolleg in Kassel die Ausbildung zum Jugendreferenten abgeschlossen. Parallel dazu habe ich persönlich in Erlangen noch Pädagogik und Philosophie auf Magister studiert.
Der theologische Teil seiner Ausbildung wurde ihm als Grundlage für den Aufbaukurs anerkannt. Er musste nur zuvor einen Examensgottesdienst halten und die Erarbeitung in einer Hausarbeit verschriftlichen. In der Hausarbeit geht es u.a. um die intensive exegetische Auseinandersetzung mit dem Bibeltext der Predigt, die Situation der Hörer/-innen und die liturgische Gestaltung des Gottesdienstes, erklärt Marcus Bornschein. Dann konnte er beginnen. Es führen viele, sehr individuelle Wege zum ehrenamtlichen Dienst als Prädikant, unterstreicht er und ermutigt beim Gemeindedienst nachzufragen, wenn man Interesse hat, sich aber nicht sicher ist, ob die Qualifikation ausreicht.
Endet der KFU zwingend mit dem Abschluss "Prädikant"?
Nein, man kann den KFU auch absolvieren, wenn man den Abschluss zum Prädikanten nicht machen und den Unterricht ausschließlich zu seiner persönlichen theologischen Weiterentwicklung nutzen möchte. Ich fand die Impulse der Dozent/-innen, den Austausch und die Gemeinschaft sehr bereichernd, resümiert Marcus Bornschein.
Wir wünschen ihm Gottes reichen Segen für diesen ehrenamtlichen Dienst.
Nachtrag: Ordination eines Prädikanten
Prädikanten/innen, die Erfahrung gesammelt haben und den ehrenamtlichen Verkündigungsdienst selbstverantwortlich und auf Dauer übernehmen wollen, können auf Antrag ordiniert werden. Nach weiteren Aufbaukursen am Pastoralkolleg und besonderer Zurüstung übernimmt der/die Landesbischof/-bischöfin die Ordination, schreibt die EKM auf ihrer Webseite.